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Blind Channel: Painstream (Review)

Artist:

Blind Channel

Blind Channel: Painstream
Album:

Painstream

Medium: LP/Download/CD
Stil:

Modern Metal

Label: Century Media Records
Spieldauer: 37:30
Erschienen: 30.10.2026
Website: [Link]

Für Grindcore-Freaks zu lang, für Ottonormal-Songwriter zu kurz, für Prog-Heads nicht der Rede wert, jedoch für famegeile Kommerzmucker wie BLIND CHANNEL genau richtig: das Drei-Minuten-Format. Länger sind die zwölf Nummern auf „Painstream“, der neuen Platte der fünfköpfigen finnischen Modern-Metal-Boyband, im Durchschnitt nämlich nicht. Zum Glück gehen sie derart schnell vorbei, dass man sich nur kurz darüber ärgern muss.

Angefangen bei den Vocals, wirkt alles an diesem Produkt künstlich-aufgeblasen. Wo Varianz möglich wäre, drängt sich der Gesang in den Vordergrund, als sei das im Zweifel das Mittel der Wahl, um die spartanische Spielzeit der einzelnen Lieder zu füllen. Damit nicht genug, BLIND CHANNEL verabreichen, bisweilen sogar in unter drei Minuten, klebrige Pop-Refrains und treiben dieses Element mit Assonanzen sowie zig Wiederholungen auf die Spitze, wobei die Finnen in Ermangelung besserer Dynamiken den soften Momenten Grooves, Gebrüll, Breakdowns und weitere abgelutschte Knochen aus der Metalcore-Mottenkiste entgegensetzen. Insbesondere den sporadischen Uptempo-Parts, die ebenfalls diesem Sortiment entliehen sind, merkt man förmlich an, dass ihnen im Laufe der Jahrzehnte alle Zähne gezogen wurden. Öde Keyboards und elektronische Spielereien runden das Machwerk schließlich ab.

Insgesamt erweckt die Chose den Eindruck, dass nichts an ihr auch nur annähernd natürlich gewachsen ist oder zu einer eigenen Identität geführt hat, welche diese einfallslose Reißbrett-Kombo von der leider viel zu großen Konkurrenz abheben würde. Immerhin verzichtet die Band diesmal darauf, für die graphische Repräsentation aller Songtitel ausschließlich den Großbuchstaben zu bemühen. In Anbetracht der bescheidenen musikalischen Qualität ist die wichtigtuerische Art, die eine solche Schreibweise vermittelt, beispiellos peinlich.

FAZIT: Wenige Gattungen zeitgenössischer Musik polarisieren mehr als Modern Metal und seine Abarten. Während „Traditionalisten“ vor dem poppigen Zuckerguss, auf den alibimäßig Gitarre und Schlagzeug gestreut wurden, Reißaus nehmen, scheint es die breite Masse – 86 Millionen Spotify-Hörer können nicht irren – abzufeiern, dass sich hinter dem Dicke-Hose-Image leicht zu konsumierender Acts wie BLIND CHANNEL waschechte Schmusebären verbergen. Wer sich wie dieser Rezensent zur ersten Gruppe zählt, kann nur resümieren: „Painstream“, was nicht zufällig an „Mainstream“ erinnert, vermag generischer, vorhersehbarer und anbiedernder kaum zu sein.

Tim Rahrbach (Info) (Review 65x gelesen, veröffentlicht am )

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Wertung: 5 von 15 Punkten [?]
5 Punkte
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Tracklist:
  • Messiah (3:06)
  • Youthanasia (2:39)
  • Stars We See (2:49)
  • Into The Void (feat. Aaron Pauley) (2:58)
  • Types Of Killing (3:47)
  • Revolution: Now (2:51)
  • Me Versus Me (3:22)
  • Scapegoat (3:01)
  • Villain In Your Story (3:17)
  • Diana (3:22)
  • No Encores In A Swan Song (3:03)
  • Ache (3:15)

Besetzung:

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